Sonntag, 14. Juni 2015

Was bleibt

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Manchmal weiß man einfach nicht, wie man einen Post beginnen soll. Man sucht nach den richtigen Worten, um das, was in einem vorgeht, irgendwie zu beschreiben. Normalerweise gilt das Prinzip des Aufhängers. Etwas Spannendes und Verlockendes finden, das die Leser neugierig macht und dazu animiert den neuen Beitrag zu lesen. Aber manchmal, da suche ich nach Worten und während mir vorher so viele Gedanken durch den Kopf geflogen sind, ist er plötzlich wie leer. Ich starre auf den Monitor und nichts will passieren. Fast genau ein Jahr alt ist dieser Post nun. Der selbe Ort, ein ähnliches Kleid, ein paar (mehr) Blumen und das selbe Mädchen. Zumindest irgendwie. Etwas ist anders, auch wenn es von außen betrachtet gar nicht auffällt. Etwas ist verändert und mich beschäftigt das, was bleibt ...

Ein Moment, nur ein winzig kleiner Augeblick reicht aus und deine Welt steht Kopf. Nichts ist mehr so, wie es einmal war und wird es auch nie mehr sein. Das kann ein Wort, etwas unbedacht Ausgesprochenes sein. Das kann eine Handlung sein, die dich so tief verletzt. Das kann aber auch etwas sein, an das du so vorher nie gedacht hättest. Es trifft doch sonst immer nur die Anderen! Ich musste lernen, was es heißt, wenn man Angst hat etwas zu verlieren. Nicht einfach nur seinen Schlüssel, den man mal wieder sucht, weil er nicht in seiner Schale im Flur liegt. Oder den Ring vom Freund, den du zum 5. Jahrestag geschenkt bekommen hast, der dir so viel bedeutet und nicht mehr am Bett liegt, wo du ihn sonst jeden abend aus und morgens wieder anziehst. Nein, all das wird dann eigentlich bedeutungslos. Angst, den so ziemlich wichtigsten Menschen in eurem Leben zu verlieren. Das ist es, was einem so richtig unter die Haut geht und dich selbst verändert. Materielle Dinge lassen sich ersetzen, ein geliebter Mensch nicht. 

Auch jetzt, fast zwei Jahre nach dem Ereignis und ein Jahr nachdem das Bangen eigentlich ein Ende haben sollte, bleibt davon doch noch etwas zurück. Es ist immer noch die Angst selbst. Dass sich das, was passiert ist, irgendwann wiederholt. Dich einholt, wenn du am wenigsten daran denkst und die alten Gefühle wieder hochkommen. Zurück bleiben auch Narben. Nicht unbedingt äußerlich und auf den ersten Blick gar nicht zu sehen. In deinem Innern, da, wo nur du sie bemerkst. Etwas ist anders. Etwas hat sich verändert und das ist der Beweis dafür. Wahrscheinlich geht es nie wieder weg. Man lernt nur damit umzugehen. Von Tag zu Tag ein bisschen besser. Langsam verblassen sie und wenn ihr Glück habt, dann habt ihr jemanden an eurer Seite, der euch dabei hilft.
 
Aber da ist noch etwas Anderes, das auch bleibt. Hoffnung. Die sollte man nie verlieren. Auch in den dunkelsten Momenten, kann sich immer noch alles zum Guten ändern. Zurück bleibt, so grotesk sich das jetzt vielleicht anhören mag, Etwas, das verbindet. Zwei Menschen, die gemeinsam einen Weg bestritten haben, zusammen gekämpft und geweint haben. Zwei Menschen, die sich schon vorher nahe standen und es jetzt noch mehr sind. Unzertrennlich und bis zum Schluss durch dieses Erlebnis vereint. Das geht viel tiefer, als Worte es wirklich jemals beschreiben könnten.

Was bleibt bist du selbst. Nicht mehr so wie am Anfang und völlig verändert. Aber das muss nicht alles negativ sein. Schlimme Dinge können auch, wenn man sie einmal überstanden hat, etwas Gutes bringen. Manchmal muss man danach suchen, weil das Schlechte alles überdeckt. Aber ich bin froh, dass ich feststellen konnte, dass da mehr bleibt als Angst.
 
Kleid* Shein // Armreif H&M // Ringe Stradivarius und H&M

Den Post aus dem letzten Jahr habe ich nicht mehr gelesen. Das habe ich mich ehrlich gesagt nicht getraut. Neulich habe ich mich an die Bilder und den Post von damals erinnert und den Ordner auf meinem PC geöffnet. Die Gefühle, die ich damals hatten, prasselten unvermindert wieder auf mich ein. Tagelang hat es mich beschäftigt und irgendwie musste ich dem Ganzen Luft machen. Was ich genau damit sagen will? Es wird besser. Irgendwann wird es wieder gut und du kannst mit etwas Abstand auf das Schlechte zurückblicken ... 
Eigentlich mag ich mir auch diesen Post nicht mehr durchlesen. Es fühlt sich nach einem Abschluss an. Mein ganz persönlicher Abschluss, den ich mit euch geteilt habe.
 

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9 Kommentare

  1. Das Kleid ist zauberhaft und dein Blumenstrauß gefällt mir sehr gut :-* www.thepinkheartgirl.blogspot.de

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  2. Wunderschöne Worte, ehrlich!
    Verliere nie die Hoffnung, das sage ich mir selber auch immer. Und irgendwie tat es gut, dass auch hier nochmal zu lesen.

    Liebste Grüße,
    Tanachi

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  3. Ein schöner persönlicher Beitrag, Irina. Irgendwie macht er mich furchtbar traurig, weil ich mich gerade auch an so viele schreckliche Dinge erinnere und es gerade jetzt nicht möchte... Da scrolle ich lieber noch einmal durch die schönen Bilder und denke an Sommer & tolle Momente in meinem Leben.

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  4. Wirklich ein beeindruckender Text und so wundervolle Bilder. Danke, dass du so etwas mit uns teilst. Der Text ging mir sehr nahe und ich habe mich an etwas erinnert gefühlt, was auch vor langer Zeit passiert ist. Schön, dass deine Krise vorbei ist und es dir besser geht!

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  5. Ich mag solche Beiträge! Sehr schön geschrieben und das Kleid ist sowieso traumhaft :)!

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  6. Ein sehr berührender Text und wunderschöne Bilder!

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  7. Hee du!
    Danke, dass du diese Worte mit uns teils. Ein nachdenklicher Text, der etwas in mir berührt, sachte und leise.
    Eindrucksvolle Bilder, die wieder wunderschön geworden sind.
    Ein wunderschöner Post, der ganz für sich steht.
    LG Marmormaedchen

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  8. Sehr ehrliche und persönliche Worte. Ein toller Post, der etwas anderen Art.

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  9. Wow, so schön. Sowohl die Bilder, als auch die Worte. Ich kenne die Gefühle die du hier beschreibst. Beinahe wäre mein bester Freund gestorben und auch da fehlten mir die Worte. Danke, dass du das mit uns geteilt hast,

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