Donnerstag, 5. März 2015

Throwback thursday - perfekte Unperfektion

Throwback thursday perfekte Unperfektion (7)
In der letzten Zeit erreichten mich einige Mails von euch, die sich alle irgendwie um das Thema Selbstbewusstsein und ob ich mit mir selbst zufrieden bin, gedreht haben. Diese Fragen haben mich ein wenig zum Nachdenken gebracht, denn ich selbst fühle mich gar nicht sooo selbstbewusst, wie es hier auf den Bildern anscheinend rüberkommt. Das liegt natürlich daran, dass es gerade in der Onlinewelt mehr Schein als Sein ist. Jeder, und da bin auch ich keine Ausnahme, will sich natürlich von seiner besten Seite präsentieren. Das man nicht immer top aussieht, habe ich euch ja auch schon in meinem Outtakes Post gezeigt. Dennoch möchte ich das Thema Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit mit sich selbst mal das Thema aufgreifen. Anlässlich des throwback thursday´s nehme ich euch auf eine kleine Zeitreise mit und teile mit euch auch Bilder, bei denen es mich schon etwas Überwindung gekostet hat, sie hier so öffentlich zu zeigen.


Fangen wir ganz von vorne an. Das bin ich als kleines Kind. In meinem Gesicht sieht man den üblichen Babyspeck - alles ganz normal. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, da macht sich auch niemand Gedanken um so ein Thema.
 
Hier hätten wir meinen ersten Schultag. Ich war stolz wie Oskar, denn die Schultüte hat meine Mama selbst gemacht und ich durfte mir das erste Mal meine Kleidung komplett alleine aussuchen. Daran kann ich mich auch heute noch erinnern, als wäre es erst gestern gewesen. Die Assipalme da trage ich auch immernoch, nur lasse ich mich damit nicht mehr fotografieren. In der Zeit habe ich mir dennoch nichts aus Kleidung gemacht, wieso auch? Als Kind sollte man draußen spielen, auf Bäume klettern, in Pfützen hüpfen und mit Schlamm spielen. Ihr seht also, mein Modegen war nicht immer vorhanden und wenn, dann war es noch nicht ausgeprägt.
 
Bislang haben wir uns Fotos und Lebensabschnitte angeschaut, bei denen man sich um sich selbst und sein Aussehen noch keine Gedanken macht. Jetzt kommt die Zeit, in der ich mich alles andere als wohl gefühlt, geschweige denn für hübsch gehalten habe: Die Pubertät. Ich hatte (eigentlich) eine Brille seit der 6. Klasse und für über 3 Jahre eine feste Zahnspange. Das sind alles andere als "Gadgets", die man in der Zeit haben will und die etwas für das Selbstbewusstsein tun. Jetzt muss man noch dazu sagen, dass Brillen damals absolut unmodern waren und ich mir definitiv keine hübschen Gestelle ausgesucht habe. Dennoch habe ich mich geweigert auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, mit einem Nasenfahrrad PLUS der Spange. Das war damals einfach zu viel für mich und mein Selbstbewusstsein lag bei null. Wie kann man sich selbst damit auch nur hübsch finden? 

Das Bild hier und das untere sind die wenigen, die es aus der Zeit von mir gibt. Ich war fotoscheu und konnte es nicht leiden, wenn man mich fotografiert. Wenn man unzufrieden mit seinem Äußeren ist, dann sollte das eigentlich nicht für die Ewigkeit festgehalten werden. Während man in so einer Phase noch aktuell drinne steckt, ist alles natürlich auch nochmal viel schlimmer. Heute kann ich darüber schmunzeln. Damals dachte ich aber, dass es nicht mehr schlimmer geht und sich wohl niemals ein Junge für mich interessieren würde. Ich wüsste gerne mal, was mein 15 jähriges Ich zu meinem Blog sagen würde. Ich hätte wohl nie im Traum daran gedacht, dass ich den Mut zu sowas finden würde.
 
Heute bin ich die Spange natürlich los, nur die Brille ist geblieben. Allerdings ist das Modell endlich mal ein Schönes geworden und mittlerweile trage ich seit einem halben Jahr auch mal meine Sehhilfe im Alltag. Für mich ein enormer Fortschritt, denn einige Jahre zuvor war das noch undenkbar. Heute fühle ich mich wohl in meiner Haut. Ich habe meinen Stil gefunden, fühle mich innerlich nicht so rastlos und mit mir im Einklang. Wie man sieht, ist Selbstbewusstsein etwas, das man mit der Zeit erwerben kann. Auch ich war nicht immer so offen und definitiv alles andere als selbstbewusst. 

Bislang habe ich mir gar nicht mehr so aktiv Gedanken darüber gemacht, in wie weit ich diese Eigenschaft nun besitze. Aber ich glaube jeder der einen Blog hat, auf dem er Fotos von sich selbst zeigt, muss ja in irgendeiner Weise mit sich zufrieden sein. Also ja, ich glaube schon, dass ich selbstbewusst bin, aber in einem gesunden Maße. Der grad dazwischen und selbstverliebt, ist manchmal sehr schmal, sollte aber dennoch nicht verwechselt werden.
 
Um euch zu zeigen, wie sehr ich doch mit mir im Einklang bin und mich nicht schäme, gibt es noch einmal die volle Drönung Gesichtsentgleisung. Nein, nicht jedes Bild sieht gut aus, aber das ist die Normalität und das ist auch gut so!

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2 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag, super geschrieben! Ich mag deinen Blog :-) Obwohl ich mich auf meinem Blog auch öffentlich zeige, bin ich oft trotzdem nicht so selbstbewusst wie ich gerne wäre. Irgendwie paradox. Aber der Blog hat mir in dieser Richtung wirklich schon geholfen - quasi wie eine Konfrontationstherapie, um mehr zu sich zu stehen und sich von Kommentaren nicht abbringen zu lassen :-) Liebste Grüße

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  2. Ein super toller persönlicher Post!

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