Donnerstag, 24. Juli 2014

Generation Luxus

Gestern lief auf RTL eine Sendung mit dem Thema "Generation Luxus". Ok, irgendwie hatte ich mir darunter was anderes vorgestellt, war schon sehr trashlastig, der wirkliche Ernst hat so ein bisschen gefehlt. Nichtsdestotrotz musste ich über diesen Begriff nachdenken. Generation Luxus ... ja, ich finde schon, dass das zutrifft und ich nehme mich da nicht außen vor. Ich bin genauso Teil davon. 

Nehmen wir doch nur mal das Beispiel Smartphone. Klar, ich besitze das neuste iPhone - das IST Luxus. Als angehende Lehrerin sehe ich auch "die Jugend von heute" (eigentlich ein furchtbarer Begriff, aber er trifft gerade zu) und stelle fest, dass es anscheinend schon normal ist, dass man so ein Handy schon in der Orientierungsstufe besitzt. Es gehört schon zur Normalität. Nehmen wir es noch bewusst war, dass es eigentlich Luxus ist. Ich glaube viele tun das nicht. Viel schlimmer noch. Man gehört ja auch einfach nicht dazu, wenn man kein Smartphone besitzt. Aber wann genau ist das denn passiert? Als ich noch klein war, was ja jetzt auch noch nicht so lange her ist, musste ich ewig lang um mein erstes Handy betteln. Ich wollte unbedingt auch so eins. Meine Eltern waren jedoch der Meinung, dass ich noch zu jung bin. Fast zwei Jahre später war auch ich dann stolze Besitzerin meines 1. Handys. Mit den heutigen Smartphones hatte das noch nichts gemeinsam. Und als ich in die Oberstufe kam, waren sie plötzlich da. iPhones, Samsung Handys, Modelle von HTC und noch so viele mehr. Egal von welcher Marke, plötzlich waren sie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Der Übergang war, zumindest für mich, fließend und leise. So leise, dass sie heute eigentlich absolute Normalität sind.
 
Outfit Wickeltop (1) Outfit Wickeltop (2) Outfit Wickeltop (9)
Nächstes Beispiel in Sachen Luxus: Kleidung und Mode. Auch hier bin ich wohl absolut vorne mit dabei, immerhin schreibe ich einen Modeblog. Ich schaue in meinen Schrank und es gibt nichts, was sich dort eigentlich nicht finden lässt. Gefühlte einhundert Oberteile, mindestens genauso viele Hosen, Shorts und Röcke. Kleider, Westen, Jacken und und und. Von den Schuhen brauche ich gar nicht erst anfangen, immerhin habt ihr mein neues Schuhregal ja erst gesehen. Mache ich mir Gedanken darüber, wo diese Sachen herkommen? Erschreckenderweise nicht. Jetzt sind sie da und auch für mich sind sie selbstverständlich. Ich blicke nicht in meinen Schrank und sehe die Arbeit, die dahinter steckt, um an bestimmte Rohstoffe zu kommen oder so gar herzustellen. Eigentlich verschließt man ja sogar eher die Augen vor soetwas. Wir gehen hier in ein Geschäft, sehen maximal den Preis und kaufen es einfach. Einfach, weil wir es können.

Ja, meiner Meinung nach sind wir die Generation Luxus und sind uns dessen nichtmal wirklich bewusst. Luxus ist nicht nur Champagner zu trinken, Kaviar zu essen und um die Welt zu fliegen. Luxus ist auch all das, was wir hier haben. Die Smartphones und Tablets, die ganzen Kleidungsstücke, Taschen und Schuhe, die wir besitzen. Versteht mich nicht falsch, dass soll gar kein mecker Post sein. Dazu habe ich gar kein Recht, denn ich bin genauso Teil von der Geschichte. Aber vielleicht sollten wir einfach mal wieder etwas bewusster damit umgehen. Uns mal den Luxus vor Augen führen und ihn vor allem zu schätzen wissen! Nachdem mich die Worte gestern zum Nachdenken angeregt haben, tue ich das auf jeden Fall.
 
Outfit Wickeltop (8) Outfit Wickeltop (4) Outfit Wickeltop (3) Outfit Wickeltop (6) Outfit Wickeltop (7) Outfit Wickeltop (5)
Wickeltop, Tasche Zara // Ledershors, Sonnenbrille, Kette H&M // Sandalen Asos // Armband* Oasap // Ringe Stradivarius und Asos // Ohrringe I am

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12 Kommentare

  1. Wunderschöner Look!
    Ich finde schon wir sind die Generation Luxus.
    Aber doch sind wir nicht so verwöhnt wie die Kiner heute!
    Als cih 13,14,15 gabs keine exzessiven Shoppingrunden. Und heute ist ads ja anscheinend normal.
    Mein erstes Handy bekam ich erst, als ich in die Stadt zur Schule ging. DA war ich 10 und auch meins war ein 3310 ;D

    Liebst
    Svetlana

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  2. ooohmeingott, du hast mich getroffen! Natürlich versuche ich alles was ich habe zu schätzen, und zwar immer! Aber manches wird einem erst bewusst, wenn man es hört, oder liest, oder sieht. Als ich dein Post-Titel gelesen habe dachte ich auch sofort an die gestrige Sendung, hab aber nur genau die ersten 5 Minuten davon gesehen :-S Dank deinem Post ist mir wieder mal bewusst geworden, wieviele Kleidungsstücke etc. ich eigentlich besitze. Nicht dass ich diese nicht schätze, nein, ABER ich hab nie so spezifisch daran gedacht! übrigens eine sehr schöne Bluse hast du hier an :)

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  3. Was Smartphones angeht, kann ich dir nur zustimmen. Also ich kenne das auch noch. Mein erstes Handy war auch noch so ein uralter Brocken, mit dem man echt nur Telefonieren konnte. ;)
    Da hat sich in den letzten Jahren echt verdammt schnell verdammt viel getan. Und dabei sind wir ja noch gar nicht alt!
    Ich mag gar nicht wissen, wie einem das erst alles vorkommt, wenn man so alt ist wie unsere Eltern... die haben ja noch viel mehr erlebt, sogar die Zeit ganz ohne Handys. ;) Und irgendwie ging damals trotzdem alles...

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  4. Zu dem Beispiel Handy hätte ich auch so viel Senf dazuzugeben! Kannst du es glauben, dass Kinder mittlerweile Handys bzw. Smartphone in ihrer Schultüte haben?! Unglaublich, aber leider wahr! Wenn ich da an meinen Schultüteninhalte zurückdenke... Da war zwar nichts materiell Wertvolles drin, aber ich habe mich trotzdem riesig über die von Mama gebastelte Schultüte mit all dem leckeren Krimskrams dadrin gefreut :)

    Liebst, ina

    Visit me at Petite Saigon

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  5. Superhübsch, wie immer! Ich hin auch der Meinung das vieles von unseren Altagsgegenständen eigentlich Luxus sind!

    Lg Melanie

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  6. Ein sehr schöner Post. Wobei ich dazu sagen muss, dass ein Handy damals nicht so teuer war wie so ein iPhone heute. Da gab es das Handy im Vertrag für 1 Euro dazu und eine Internetflat brauchte man nicht.

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  7. die tasche ist ein traum<3 aber das gesamte outfit gefällt mir :)

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  8. Was wollen unsere Kinder für Vorbilder? Junge Mädchen , die den ganzen Tag Klamotten kaufen, die von noch jüngeren Mädchen unter erbärmlichen Bedingungen in der 3.Welt hergestellt werden?
    Studentinnen, die mehr Geld zur Verfügung haben, wie manche Erwachsene und auf Kosten Ihrer Eltern leben? Oder so unintensiv studieren, dass sie nebenher Zeit zum Arbeiten haben? Nicht zum Überleben oder für die Miete.
    Autos zum Abitur, 3 Urlaube im Jahr, Handtaschen, für die wo anderes eine Familie sich 3 Monate ernährt? Es geht hier nicht um das Handy oder das Alter, in dem man ein Handy erhält, welches man sich nicht selbst gekauft hat. Sondern darum, wie man auf Kosten anderer bzw. der Gesellschaft lebt. Immer mehr Müll produzierend, immer mehr sinnlosen Konsum fördernd. Anstatt sich für die Gesellschaft oder arme Kinder in Deutschland einzusetzen, Zeit in sinnlosen Zeitvertreibe zu investieren…
    Ich finde es traurig und bequem. Nun wird für 3 Tage Betroffenheit signalisiert und dann geht es weiter im Kaufrausch.
    Es tut mir leid, aber eine ich finde dies nicht sehr vorbildhaft, gerade mit dem künftigen Berufsbild.
    Weniger ist mehr. Billige Kleidung, die der Umwelt, der Würde anderer Menschen und langfristig der ganzen Bevölkerung teuer zu stehen kommen.
    Ich bin kein Öko und auch nur durch Zufall über diesen „ Artikel“ gestoßen.. Aber nichts tun ist wegsehen. Und dies ist keine Generationsfrage, sondern eine Frage der eigenen Einstellung.
    Ich wünschen Ihnen, dass Sie als angehende Pädagogin die Kinder wieder charakterfester und nicht so seicht erziehen.

    Herzlichst Gerlinde

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  9. Oh wie lang musste ich um mein erstes Handy betteln, es folgte als zweites ein Nokia und das nutze ich auch acht Jahre lang bis vor 2,5 Jahren mein erstes iPhone bei mir eingezogen ist.
    Mein Cousinchen ist 10 und hat ein iPhone, das alte vom Papa, allerdings "braucht" sie es auch und ich sehe den Nutzen, sie geht außerhalb zur Schule, muss mehrmals umsteigen, mit dem Bus allein in die Betreuung, von dort nach Hause oder zu meiner Tante an die Arbeit.
    Den Nutzen würde auch ein Billighandy erfüllen, schon klar.
    Was ich etwas traurig finde, alle Kids haben ein Handy, aber auch immer weniger Zeit richtig Kind zu sein.
    Kleidung kaufe ich sehr bewusst muss ich sagen, aber wenn ich etwas haben möchte, kann ich es mir kaufen und ich finde das ist schon Luxus.
    Ich kenne durch die Arbeit einige Familien in denen das nicht so ist.

    www.kamerakind.blogspot.de

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  10. Wow, der Post ist wirklich klasse, sowohl von den Bildern als auch vom Text!
    Ich finde, wir haben es so gut in Deutschland. Nach meiner Afrikareise ist mir das erst bewusst geworden. Alleine Strom, warmes Wasser und vorallem Wasser aus dem Wasserhahn und ein Dach über dem Kopf zu haben so wie genügend zu Essen ist Luxus im Nachhinein für mich.

    Was ich eher als total krasses Phänomen wahrnehme ist Instagram. Da wird das ganze total hochgeschaukelt und der Mensch selber zählt leider nicht mehr...

    Liebe Grüße

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  11. Du schaust echt prima aus! Die Bluse gefällt mir richtig richtig gut!
    Finde deinen Blog echt klasse! <3 Hast eine neue Leserin!

    Lg Melli
    fashionargument.blogspot.com
    PS: Momentan läuft auf meinem Blog ein kleines Gewinnspiel! Vielleicht magst du ja mitmachen?

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  12. Mein Kind - dieser Post macht mich ganz besonders stolz!! Deine Mom :-)

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